Archiv der Kategorie: Bisherige Stücke

Tatort Villa Bock, 2017

Tatort Villa Bock von Daniel Kaiser

Da wir zur Tür-auf-Tür-zu-Komö­die “Floh im Ohr” viel posi­ti­ves Feed­back erhal­ten haben, blei­ben wir auch 2017 die­sem Gen­re treu. Es wur­de vom Orga­ni­sa­ti­ons­team gemein­sam mit der Regie des ver­gan­ge­nen Stücks die Kri­mi­nal­ko­mö­die “Tat­ort Vil­la Bock” von Dani­el Kai­ser aus­ge­wählt. Tat­ort Vil­la Bock, 2017 wei­ter­le­sen

Der Floh im Ohr, 2016

Gaumen hoch für das Lachseminar:
Theater Offenhausen spielt „Floh im Ohr”

13 Rol­len, 12 Per­so­nen, 5 Türen, 2 Häu­ser, 1 Bett. Die Büh­ne im Thea­ter Offen­hau­sen gehört heu­er dem Ver­wechs­lungs-Stück “Floh im Ohr” von Geor­ges Fey­deau. Die exakt kon­stru­ier­te Büh­nen­ko­mö­die insze­niert Gast-Regis­seur Alois Kreuz­wie­ser als einen neu­en kurz­wei­lig und äußerst unter­halt­sa­men Höhe­punkt in Offen­hau­sen.
Der Floh im Ohr, 2016 wei­ter­le­sen

Jedermann

Jedermann

von Hugo von Hof­manns­thal

Stück

Im Jahr 1987 hat die Thea­ter­grup­pe Offen­hau­sen bereits ein­mal am Markt­platz den “Jeder­mann” von Hugo von Hof­manns­thal in einer Mund­art­fas­sung auf die Büh­ne gebracht. Ins­ge­samt haben 2.000 Besu­cher die­se Auf­füh­rung gese­hen und vie­le davon erin­nern sich noch heu­te an das dama­li­ge Groß­ereig­nis.

Heu­er wird die­ses Thea­ter­stück wie­der­um am Markt­platz Offen­hau­sen auf­ge­führt und eini­ge der Schau­spie­ler von 1987 sind auch wie­der mit dabei.

Das Spiel vom Ster­ben des rei­chen Man­nes fas­zi­niert durch sei­ne packen­de Hand­lung, die die Haupt­fi­gur auf Grund eines Befeh­les des All­mäch­ti­gen Schritt für Schritt sei­nem Ende ent­ge­gen treibt.

Der Tod tritt an Jeder­mann wäh­rend eines Fes­tes, wel­ches Jeder­mann für sei­ne Gelieb­te ver­an­stal­tet, her­an und über­bringt den töd­li­chen Befehl. Jeder­mann erbit­tet Auf­schub und der Tod gewährt ihm eine Stun­de, in der Jeder­mann ver­sucht, sei­ne Freun­de zu über­re­den, ihn zu beglei­ten.

Doch die Kame­ra­den las­sen ihn im Stich. Auch sein Reich­tum, ver­kör­pert als alle­go­ri­sche Gestalt des Mam­mons, ver­wei­gert ihm Gefolg­schaft und Jeder­mann erkennt, dass er sei­ne letz­te Rei­se allein antre­ten muss.

Gestärkt durch sei­ne guten Wer­ke, geläu­tert durch auf­rich­ti­ge Reue und bekehrt zum rech­ten Glau­ben ergibt sich Jeder­mann end­lich sei­nem Schick­sal. Der Teu­fel, der zum Schluss Jeder­manns See­le begehrt, wird durch die guten Wer­ke und den rech­ten Glau­ben ver­trie­ben und Jeder­manns See­le fin­det zuletzt doch Ein­gang in das Him­mel­reich.

Die Darsteller

Jeder­mann Josef Higls­ber­ger
Buhl­schaft Rena­te Stras­ser
Kum­pan Chris­ti­an Hof­stad­ler
Gott der Herr Kurt Tisch­lin­ger
Jeder­manns Mut­ter Maria Reintha­ler
Tod Josef Kinzl
Ober­knecht Fritz Lich­ten­wag­ner
Armer Nach­bar Josef Bichl­mann
Arme Frau Chris­ti­na Ber­ger
Kin­der Anni­ka Has­lin­ger und Lin­da Andes­s­ner
Gen­darm Fritz Wig­gen­hau­ser
Ers­ter Vet­ter Ingrid Reintha­ler
Zwei­ter Vet­ter Franz Wim­mer
Mam­mon Gerold Stög­mül­ler
Wer­ke Chris­ti­na Ber­ger
Glau­be Kers­tin Has­lin­ger
Teu­fel Bir­git Renöckl
Spiel­an­sa­ger Wal­ter Emat­h­in­ger

Das Team hinter der Bühne

Lei­tung und Regie Kurt Tisch­lin­ger und Josef Higls­ber­ger
Souf­fleur Kurt Tisch­lin­ger
Kos­tü­me Ingrid Reintha­ler, Rena­te Stras­ser und Git­ti Ker­n­eg­ger
Licht/Technik Man­fred Andes­s­ner
Büh­ne Fritz Lich­ten­wag­ner, Josef Feich­ten­gru­ber Hei­di Wim­mer und etli­che ande­re
Kar­ten­vor­ver­kauf Her­wig Pfaf­fen­zel­ler, Heinz Gei­er und
Josef Kinzl
Druck­sa­che Tho­mas Stoi­ber

Krippenspiel

Krippenspiel

von Hans Reinthaler

 

Das Vor­wort des Dich­ters zu sei­nem Lyrik­band „Da Zaubabrunn” hat auch für sein Krip­pen­spiel Gül­tig­keit: “Die bäu­er­li­che Welt, die hier geschil­dert wird, gibt es nicht mehr. Auch ihre Spra­che stirbt. Ros­se, Pflug und Sen­se, der Knech­te und Mäg­de einst­mals bit­te­res und schweig­sam getra­ge­nes Los und ihre trotz allem uner­schüt­ter­li­che Treue zum Herrn des Bau­ern­ho­fes sind nur mehr Schat­ten einer müh­se­li­gen Ver­gan­gen­heit. Soll man dar­über trau­ern oder froh sein? Der Dich­ter wagt es nicht, ein Urteil zu spre­chen. Er hat nur auf­ge­schrie­ben, was war. Unter den Knech­ten und fah­ren­den Hand­werks­bur­schen, die er kann­te, war oft­mals ein Herr voll Wür­de und Adel. Und unter den Her­ren, die sich in das Dorf sei­ner Kind­heit ver­irr­ten, waren arme Söld­ner des Gel­des, des Besit­zes und der has­ti­gen trü­ge­ri­schen Welt.”

Im Krip­pen­spiel hat der Dich­ter die christ­li­che Erlö­sungs­ge­schich­te in die­se Bau­ern­welt gestellt. Es spielt nicht in bibli­scher Zeit. Eine Bau­ern­fa­mi­lie, Hir­ten und Gemein­de­ho­no­ra­tio­ren ste­hen neben Maria und Josef im Mit­tel­punkt. Zwei The­men kom­men in die­sem an lyri­schen und musi­ka­li­schen Ein­la­gen rei­chen Stück zum Tra­gen. Da ist einer­seits der hart­her­zi­ge Bau­er, der “Leut-Aus­ja­ga” genannt, der durch eine gute Tat zu Glück und Erlö­sung bei­trägt und ande­rer­seits der alte Hir­te, der in Erfül­lung einer alten Pro­phe­zei­ung die Voll­endung sei­nes Lebens sieht.

Hans Reintha­ler (1900 — 1964), der Offen­hau­se­ner Mund­art­dich­ter, schrieb die­ses Stück vor dem zwei­ten Welt­krieg. Es erleb­te in frü­he­ren Jah­ren vie­le Auf­füh­run­gen und wur­de auch im Rund­funk gesen­det. In sei­ner Hei­mat­ge­mein­de wur­de es vom thea­ter offen­hau­sen 1984 und 1987 auf­ge­führt. 

In unse­rer Insze­nie­rung möch­ten wir kei­ne sta­ti­schen Krip­pen­fi­gu­ren, son­dern, ein­ge­bet­tet in deren nai­ven Volks­fröm­mig­keit, Men­schen aus Fleisch und Blut samt ihren Schwä­chen und Stär­ken, zei­gen. Der Wider­streit zwi­schen Nächs­ten­lie­be und Hart­her­zig­keit ist ein wich­ti­ges The­ma die­ses volks­tüm­li­chen Spiels. Auch so man­ches, was viel­leicht nur auf den zwei­ten Blick zwi­schen den Zei­len her­vor­geht, wol­len wir zuguns­ten eines leben­di­gen Thea­ters sicht­bar und spür­bar machen.  Der lyri­sche Cha­rak­ter des Stü­ckes erhält durch die vie­len Lie­der und die alte Mund­art eine ganz beson­de­re Note.

Klei­nes Mund­art­wör­ter­buch

glö­cken — zurecht­kom­men ; sti­gatzn — stot­tern ; ant­tu­an — nicht gewöhnt sein ;  pfu­gatzn — kichern  ; Aun­ga — Dorf­wie­se, Anger ; Halb­scheit — Hälf­te ; Buder­saus — But­ter­schmalz ; Fiacht — First

Narren von Valencia

Die Narren von Valencia

Lope de Vega

Ver­rück­ten und Ver­lieb­ten glüht das Hirn!“

Shake­speares Dia­gno­se kann als pas­sen­des Mot­to über dem Werk sei­nes Zeit­ge­nos­sen Lope de Vega ste­hen.

Ver­rückt oder nor­mal? Oder bei­des zugleich? Schein oder Sein? Ver­nunft oder Wahn? Lie­be oder Betrug? Spiel oder Ernst? Oder ein­fach das Haupt­mo­tiv des spa­ni­schen Thea­ters zur Zeit Lope de Vegas: Die gan­ze Welt ist Büh­ne und das Leben nur ein Traum? Wie sag­ten doch die Nar­ren Mar­tin und Tho­mas im Stück: „Die gan­ze Welt ist ein Nar­ren­haus, nur die Men­schen wis­sen nichts davon!“ Also her­ein­spa­ziert ins gro­ße Nar­ren­haus und erle­ben Sie, wie der Bazil­lus der Lie­be bei die­ser wun­der­ba­ren Komö­die viel­leicht auch auf Ihr Herz und Hirn über­springt – dem spa­ni­schen Tem­pe­ra­ment sei Dank!

Die Kraft des Eros treibt die Hel­den in die­ser tur­bu­len­ten Komö­die vor­an. Erst flie­hen sie ins Irren­haus, dar­in vor­ein­an­der, um schließ­lich bei­ein­an­der zu lan­den. Der spa­ni­sche Viel­schrei­ber und Kult­au­tor sei­ner Zeit, Lope de Vega, kann­te sich aus mit den Fall­stri­cken des Schick­sals. Wegen anzüg­li­cher Ver­se auf die amou­rö­sen Prak­ti­ken eines Thea­ter­di­rek­tors wur­de er für meh­re­re Jah­re aus Madrid ver­bannt. Der Autor selbst war auch kein Held von Trau­rig­keit und pro­vo­zier­te sei­ne Umwelt wie­der­holt mit ero­ti­schen Exzes­sen.

In Valen­cia unter­ge­kro­chen, lern­te er das berühm­tes­te Irren­haus der Stadt ken­nen und dekla­rier­te es prompt zum Spiel­ort für sei­nen nächs­ten Thea­ter­coup “Die Nar­ren von Valen­cia”, im Ori­gi­nal: “Los locos de Valen­cia”.

Flo­ria­no denkt, er hat einen Prin­zen ersto­chen. Er tarnt sich als Ver­rück­ter und geht ins Irren­haus. Dort begeg­net er Eri­fi­la, die zuerst ihr Herz und dann ihren Kopf ver­lo­ren hat, weil ihr Lieb­ha­ber mit­samt ihren Hab­se­lig­kei­ten über alle Ber­ge ist. Im Schutz der Anstalt ver­lie­ben sich die bei­den und bekla­gen gegen­sei­tig ihre Ver­rückt­heit. Doch damit nicht genug. Wei­te­re Lie­bes­nar­ren bevöl­kern die Sze­ne und wir­beln die Geschich­te noch­mals kräf­tig durch­ein­an­der. Hoch­zeits­plä­ne wer­den geschmie­det, kei­ner scheint den zu krie­gen, nach dem er oder sie sich ver­zehrt. Erst als ein mas­kier­ter Frem­der auf­taucht, kommt die Geschich­te ins Lot und alle Ver­lieb­ten unter die Hau­be.

Lope de Vega (1562–1635) war in sei­nem Leben in vie­len Rol­len unter­wegs: als Pries­ter und Poet, Sol­dat und Sän­ger für den König, als Lieb­ha­ber der Frau­en und Lob­dich­ter Got­tes. Nach eige­ner Aus­sa­ge ver­fass­te er 1500 Thea­ter­stü­cke, wovon ca. 450 erhal­ten sind.

Liebesgeschichten und Heiratssachen

Liebesgeschichten und Heiratssachen

Nestroy

Fast schon zum Nes­troy­spe­zia­lis­ten hat sich das thea­ter offen­hau­sen unter sei­nem Spiel­lei­ter Rein­hard Scho­to­la ent­wi­ckelt. Nach „Lum­pa­zi­va­ga­bun­dus“ im Jahr 1986 über „Frü­he­re Ver­hält­nis­se“, „Talis­man“, „Mädel aus der Vor­stadt“, „Einen Jux will er sich machen“ und zuletzt 2008 „Die ver­häng­nis­vol­le Faschings­nacht“ spielt man nun mehr „Lie­bes­ge­schich­ten und Hei­rats­sa­chen“.

Alles dreht sich dar­in um Hei­rat und Lie­be und dabei geht es meis­tens auch ums Geld. Die abson­der­lichs­ten Typen aus Nes­troys mensch­li­chem Tier­gar­ten bevöl­kern die­se bis­si­ge Komö­die: Ein hoch­sta­peln­der Hei­rats­schwind­ler, ein pri­mi­ti­ver Neu­rei­cher als auto­ri­tä­rer Fami­li­en­ty­rann, das bei Nes­troy obli­ga­te däm­li­che Frau­en­zim­mer, nai­ve Ver­lob­te, ein­fäl­ti­ge Betrugs­op­fer, ver­knö­cher­ter Alter mit Stan­des­dün­kel und dazwi­schen natür­lich auch ein roman­ti­sches Lie­bes­paar. Das alles gewürzt mit aller­lei Ver­wick­lun­gen und Miss­ver­ständ­nis­sen.

Stückinhalt:

Im Gast­hof »Zum sil­ber­nen Rap­pen« tref­fen ein­an­der alte Schul­ka­me­ra­den: Anton Buch­ner, ein ver­arm­ter Kauf­manns­sohn, und Alfred, der Sohn des Mar­che­se Vin­cel­li. Anton möch­te nach jah­re­lan­gem Her­um­rei­sen sei­ne Fan­ny, die Toch­ter des ehe­ma­li­gen Wurst­fa­bri­kan­ten und nun­mehr rei­chen Kapi­ta­lis­ten Flo­ri­an Fett, hei­ra­ten. Alfred, der inko­gni­to als Sekre­tär bei Fett arbei­tet, ist wie­der­um in Fan­nys weit­schich­ti­ge Ver­wand­te Ulri­ke ver­liebt. Er befürch­tet, sein Vater wer­de nicht in die Hoch­zeit ein­wil­li­gen. Um die ledi­ge Schwä­ge­rin des Herrn von Fett, Lucia Dis­tel, bemüht sich hin­ge­gen der im Gast­hof ver­schul­de­te Hoch­stap­ler Nebel, der sich als Baron aus­gibt. Aber da geht es eher um ihre Mit­gift.

Durch ein Miss­ver­ständ­nis hält Fett Nebel für einen hohen Spröss­ling und schließ­lich für den Sohn des Mar­che­se Vin­cel­li. Die­ser ver­meint­lich Ade­li­ge wäre ihm frei­lich als Bräu­ti­gam für sei­ne Toch­ter Fan­ny sehr recht. Um das zu beför­dern, muss natür­lich sofort eine klei­ne Intri­ge her!

In die­ser vor der 1848er Revo­lu­ti­on ent­stan­de­nen Pos­se gei­ßelt Nes­troy mit selbst für ihn unge­wohn­ter Bos­heit und Schär­fe den zuneh­men­den Mate­ria­lis­mus und die Geld­gier der Gesell­schaft, in der er leb­te. Und heu­te? Nes­troy wür­de aus der Fül­le von Gier, Kor­rup­ti­on und Prot­ze­rei über­reich­lich Stoff vor­fin­den. Denn es hat sich ja nichts geän­dert!

Man muss es sich recht oft anse­hen, um all die köst­li­chen Witz­fun­ken und Lach­ra­ke­ten im Gedächt­nis zu behal­ten“, schrieb schon ein Kri­ti­ker zur Zeit der Urauf­füh­rung.

Premierenbericht

Vor vol­lem Haus und in Anwe­sen­heit von Lan­des­haupt­mann Dr. Josef Püh­rin­ger, Bezirks­haupt­mann Dr. Josef Gru­ber, Bür­ger­meis­ter Her­mann Stoi­ber und zahl­rei­chen wei­te­ren Ehren­gäs­ten ging am Pfingst­sams­tag die umju­bel­te Pre­mie­re über die Büh­ne.

Bür­ger­meis­ter Stoi­ber sprach dem Hei­mat­ver­ein Dank und Aner­ken­nung aus für die her­vor­ra­gen­de kul­tu­rel­le Leis­tung und den Wer­be­ef­fekt für die gesam­te Markt­ge­mein­de Offen­hau­sen. Das thea­ter offen­hau­sen sei mitt­ler­wei­le ein Fix­punkt im ober­ös­ter­rei­chi­schen Kul­tur­ka­len­der.

LH Püh­rin­ger nutz­te die Gele­gen­heit im Jahr des Ehren­am­tes 2011 Obmann DI Wal­ter Emat­h­in­ger für sein mitt­ler­wei­le 20-jäh­ri­ges Enga­ge­ment die Kul­tur­me­dail­le des Lan­des Ober­ös­ter­reich zu ver­lei­hen.