Archiv der Kategorie: Bisherige Stücke

Der Revisor, 2019

Der Revisor von Nikolai Gogol

unter der Bear­bei­tung und Regie von Son­ja Zim­mer­mann und Alois Kreuz­wie­ser

Spieltermine

Pre­mie­re Sams­tag 15.6. 20 Uhr
2. Auf­füh­rung Mitt­woch 19.6. 20 Uhr
3. Auf­füh­rung Frei­tag 21.6. 20 Uhr
4. Auf­füh­rung Don­ners­tag 27.6. 20 Uhr
5. Auf­füh­rung Frei­tag 28.6. 20 Uhr
6. Auf­füh­rung Sams­tag 29.6. 20 Uhr

Sitz­platz­re­ser­vie­rung
und bei Ände­rungs­wün­sche die Stor­nie­rung reser­vier­ter Plät­ze

Stückbeschreibung

Im Juni kommt der Revisor nach Offenhausen!

Wenn sich in einer Gemein­de (oder einer Bank) die Auf­sichts­be­hör­de, also „der Revi­sor“ anmel­det, macht sich meist Respekt breit. Und nun ist es auch in Offen­hau­sen soweit!

Die Thea­ter­grup­pe berei­tet sich schon inten­siv auf die­ses Ereig­nis vor. Denn nun ist es schon Gewiss­heit: vom 15. bis zum 29. Juni ist auf der Thea­ter­büh­ne im Säge­werk mit sei­nem Erschei­nen zu rech­nen. — Kei­ne Angst! „Der Revi­sor“ ist eine pfif­fi­ge Komö­die des Rus­sen Niko­lai Gogol. Sie spielt in einer abge­le­ge­nen Stadt, dort haben die füh­ren­den Gemein­de­häup­ter ihre eige­nen Regeln und alles fest im Griff. Wäre da nicht das Gerücht, dass ein Revi­sor inco­gni­to aus der Haupt­stadt kommt um nach dem Rech­ten zu sehen. Gemein­de­auf­sicht qua­si! Da heißt es zusam­men­ste­hen und den Gast auf die eige­ne Sei­te zie­hen…
Die ers­ten Pro­be­auf­trit­te hat das Ensem­ble bereits beim Faschings­zug absol­viert. Unter dem Mot­to „die Rus­sen kom­men“ freun­de­te sich die Trup­pe mit rus­si­schen Kos­tü­men und Ver­hal­tens­wei­sen an. Mitt­ler­wei­le sind die Pro­ben unter der Regie von Alois Kreuz­wie­ser voll im Gang und das Büh­nen­kon­zept steht fest.

Wir freu­en uns, wenn Ihr unse­rer Ein­la­dung im Juni folgt und einen ver­gnüg­li­chen Abend genießt!

PS: es gibt Gerüch­te, dass in die Rol­le des Revi­sors ein ganz jun­ger Kerl aus Moos schlüp­fen soll, der bis­her auf der Büh­ne noch nicht zu sehen war, aber was weiß man schon – er kommt ja inco­gni­to…..

Mitwirkende

Beam­ter aus Peters­burg Iwan Chlesta­koff — Ger­fried Koger
Bür­ger­meis­ter Anton Anto­no­witsch — Josef Higls­ber­ger
sei­ne Frau Anna Andre­je­wa — Rena­te Stras­ser
sei­ne Toch­ter Mar­ja Anto­no­wa — Johan­na Pan­hu­ber
Die­ner Ossip — Gerold Stög­mül­ler
Schul­di­rek­tor Ale­xe­jew Chlo­poff — Ronald Stras­ser
Kreis­rich­ter Ammos Ljap­kin — Klaus Kerschhaggl
Hos­piz­ver­wal­ter Pjotr Filip­po­wisch — Josef Bichlmann
Bür­ge­rin Nata­scha Doska­lo­wa — Bir­git Renöckl
Bür­ge­rin Olga Bos­ka­lo­wa — Ingrid Reintha­ler
Poli­zei­insp­tek­tor Ste­pan Iljitsch — Josef Seif­ried
Haus­mäd­chen Misch­ka — Son­ja Zim­mer­mann
Wir­tin — Doris Hög­lin­ger
Kauf­mann — Fritz Lich­ten­wag­ner

Büh­nen­bild — Hei­di Wim­mer, Rena­te Stras­ser
Kar­ten — Her­wig Pfaf­fen­zel­ler
Tele­fon — Hel­ga Andeß­ner
Tech­nik — Man­fred Andeß­ner
Büh­nen­bau — Josef Feich­ten­gru­ber u. Team
Wer­bung — Wal­ter Emat­hin­ger u. Team
Leib­li­ches Wohl — Sabi­ne Andes­s­ner, Hei­di Higls­ber­ger
… und noch ganz vie­le ande­re

Aus der Wikipedia

Text von https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Zerrissene
Der Revi­sor (rus­sisch Ревизор) ist eine Komö­die in fünf Auf­zü­gen von Niko­lai Gogol. Gogol schrieb die Komö­die 1835. 1836 wur­de sie ver­öf­fent­licht. Die Urauf­füh­rung fand am 19. April 1836 in Sankt Peters­burg im Alex­an­drin­ski-Thea­ter statt, die Erst­auf­füh­rung für Mos­kau im Mai 1836 im Klei­nen Thea­ter. Das Stück gehört heu­te noch zu den meist­ge­spiel­ten auf den Spiel­plä­nen von Büh­nen, auch in Deutsch­land.

Inhalt

In einem klei­nen rus­si­schen Städt­chen wird die Nach­richt ver­brei­tet, ein Revi­sor sei inko­gni­to auf dem Weg in die Stadt. Alle Beam­ten der Stadt, allen vor­an der Stadt­haupt­mann als Ober­haupt, fürch­ten sich vor die­sem Besuch. Schließ­lich hat jeder von ihnen Dreck am Ste­cken: Sie las­sen sich schmie­ren, bestechen oder erfül­len ihre Auf­ga­ben nicht.

Gleich­zei­tig ist ein jun­ger Mann, Chlesta­kow, aus St. Peters­burg in einem Gast­haus abge­stie­gen. Seit zwei Wochen wohnt er dort und hat noch kei­ne Rech­nung bezahlt, son­dern sich immer alles anschrei­ben las­sen. Schnell geht das Gerücht um, der jun­ge Mann sei der Revi­sor.

Bald kommt es zum Zusam­men­tref­fen der bei­den Par­tei­en. Chlesta­kow denkt, er wer­de wegen der unbe­zahl­ten Rech­nun­gen gleich abge­führt, und gerät außer sich. Er schreit her­um und beschwert sich, dass das Essen sowie­so nicht schme­cke. Der Stadt­haupt­mann ist durch die­sen Aus­bruch völ­lig ein­ge­schüch­tert und noch mehr davon über­zeugt, es mit einem rich­ti­gen Staats­be­am­ten zu tun zu haben. Er beru­higt Chlesta­kow und denkt, er müs­se das Inko­gni­to-Spiel­chen mit­spie­len. Chlesta­kow erzählt hier aber sei­ne wah­re Geschich­te: dass er vom Vater aus St. Peters­burg zurück­be­or­dert wur­de, weil er es dort in der Kanz­lei noch zu nichts gebracht hat. Mit der Heim­rei­se las­se er sich aller­dings ein wenig Zeit, weil er über­haupt kei­ne Lust habe, nach Hau­se zu gehen. Jedoch habe er kein Geld mehr. Der Stadt­haupt­mann steckt ihm schnell 400 Rubel als Schmier­geld zu. Er bie­tet ihm auch an, bei sich im Gäs­te­zim­mer zu woh­nen.

Nun wer­den Chlesta­kow ver­schie­de­ne Besich­ti­gungs­tou­ren durch die Stadt gebo­ten, und dabei wird ihm immer wie­der etwas Geld zuge­steckt. Er denkt erst, die Leu­te hier sei­en sehr gut­mü­tig und groß­zü­gig, begreift dann aber, dass sie ihn wohl mit jeman­dem ver­wech­seln. Trotz­dem spielt er das Spiel wei­ter, ver­lobt sich sogar mit der Toch­ter des Stadt­haupt­manns. Kurz danach macht er sich aus dem Staub. Wäh­rend die Beam­ten in der Stadt die Ver­lo­bung fei­ern, tritt der Post­meis­ter auf, der einen Brief von Chlesta­kow an einen Freund geöff­net hat. Dar­in macht Chlesta­kow sich über die Leu­te in der Stadt lus­tig, und der Schwin­del fliegt auf. Chlesta­kow ist aller­dings längst über alle Ber­ge, wäh­rend der ech­te Revi­sor war­tet.

Deutung

Gogols Komö­die schließt in Russ­land an die neue Rich­tung an, die sich mit Gri­bo­je­dows „Gore ot uma“ (Ver­stand schafft Lei­den) bereits vom klas­si­zis­ti­schen Dra­ma abge­wen­det hat­te, und geht einen gan­zen Schritt wei­ter, indem er das bis­her stets vor­han­de­ne Lie­bes­mo­tiv nur noch par­odie­haft ein­schließt. Die Komö­die bekommt bei Gogol die Struk­tur der Ver­wechs­lungs­ko­mö­die. Dadurch, dass der Gesamt­ver­lauf des Stü­ckes auf die­ser stän­di­gen Ver­wechs­lung beruht, erhält das Werk eine kom­po­si­tio­nel­le Geschlos­sen­heit. Die Komik beruht dar­auf, dass die Täu­schung von den Figu­ren des Stü­ckes nicht erkannt wird, vom Zuschau­er aber früh fest­ge­stellt wird.

Die getäusch­ten Per­so­nen sind zwar die „betro­ge­nen Betrü­ger“, die es auch in frü­he­ren Komö­di­en zu bela­chen gab, bei Gogol sind es aber nicht Ein­zel­per­so­nen, son­dern die gan­ze kor­rup­te Gesell­schaft des zeit­ge­nös­si­schen Russ­land. Damit wird Gogols Komö­die auch zur Gesell­schafts­ko­mö­die, die dar­ge­stell­te Stadt steht modell­haft für ganz Russ­land. Gogol selbst fand, dass die­se Komö­die „der Sam­mel­punkt für alle mög­li­chen Unzu­läng­lich­kei­ten“ sei. Durch ihre Über­trei­bun­gen und Ver­zer­run­gen wird sie auch zur Gro­tes­ke, auch wenn – ver­gli­chen mit ande­ren Wer­ken Gogols – der “Revi­sor” ver­gleichs­wei­se weni­ge Ele­men­te des Gro­tes­ken ent­hält.[1] Wir erhal­ten „Ein­bli­cke in die Ver­kehrt­heit der Welt, in der wir sel­ber leben“. Das „Lachen über sich selbst“ ver­liert den Cha­rak­ter des blo­ßen Spotts, da es eine „rei­ni­gen­de Wir­kung“ hat. Dem Lachen wird „die Kraft zuge­traut, durch Lachen die Tra­gö­die der Exis­tenz ertrag­bar zu machen“ (Iones­co).

Der Stadt­haupt­mann und die Beam­ten, die am Schluss des Stü­ckes ihre Täu­schung erken­nen müs­sen, haben ihre frü­he­re Sicher­heit ver­lo­ren. Zwar sind sie von Chlesta­kow, dem ver­meint­li­chen Revi­sor, getäuscht wor­den, aber da das Gan­ze in der stum­men Schluss­sze­ne für alle unfass­bar zu sein scheint, ist man eher geneigt, das Gan­ze dem Teu­fel zuzu­schrei­ben, der „sei­ne Hand im Spie­le“ gehabt habe. Hier wird ein Grund­satz von Gogols Welt­sicht erkenn­bar, dass näm­lich „Alles Lug und Trug“ ist. Nichts ist so, wie es scheint, man täuscht sich fort­ge­setzt in dem, was der ande­re ist. Die Ver­wechs­lung als Pro­blem der Iden­ti­tät.

Der Zerrissene, 2018

Der Zerrissene von J.N. Nestroy

unter der Bear­bei­tung und Regie von Son­ja Zim­mer­mann und Alois Kreuz­wie­ser

Spieltermine

Pre­mie­re Frei­tag 8.6. 20 Uhr
2. Auf­füh­rung Frei­tag 15.6. 20 Uhr
3. Auf­füh­rung nach­mit­tags Sams­tag 16.6. 15 Uhr
4. Auf­füh­rung Sams­tag 16.6. 20 Uhr
5. Auf­füh­rung Don­ners­tag 21.6. 20 Uhr
6. Auf­füh­rung Frei­tag 22.6. 20 Uhr
7. Auf­füh­rung Sams­tag 23.6. 20 Uhr

Sitz­platz­re­ser­vie­rung
und bei Ände­rungs­wün­sche die Stor­nie­rung reser­vier­ter Plät­ze

Probenfotos

Die Pro­ben- und Vor­be­rei­tungs­zeit war inten­siv …

Mitwirkende

auf der Bühne

Rol­le Beschrei­bung Schau­spie­le­rIn
Herr von Lips ein Kapi­ta­list Gerold Stög­mül­ler
Stif­ler Freund von Lips Chris­ti­an Kiri
Spor­ner Freund von Lips Klaus Kerschhaggl
Wixer Freund von Lips Ronald Stras­ser
Madam Schley­er Hei­rats­schwind­le­rin Rena­te Stras­ser
Glut­ham­mer Schlos­ser­meis­ter Josef Bichlmann
Kraut­kopf Guts­hof­päch­ter Josef Higls­ber­ger
Kathi Lips Nich­te Kers­tin Has­lin­ger
Jus­ti­zia­ri­us Beam­ter Ingrid Reintha­ler
Anton Bediens­te­ter Kurt Tisch­lin­ger
Jose­phi­ne Bediens­te­te Johan­na Pan­hu­ber
Magd Johan­na Pan­hu­ber
Knecht 1 Kurt Tisch­lin­ger
Knecht 2 Fritz Lich­ten­wag­ner
 

hinter, vor und rundherum

Orga­ni­sa­ti­on Rena­te Stras­ser
Regie Alois Kreuz­wie­ser und
Son­ja Zim­mer­mann
Musik Kurt Tisch­lin­ger
Bir­git Renöckl
Büh­ne Josef Feich­ten­gru­ber
Man­fred Andeß­ner
Fritz Lich­ten­wag­ner
Tech­nik Man­fred Andeß­ner
Medi­en Wal­ter Emat­hin­ger
Diet­mar Andes­s­ner
Kos­tü­me und Requi­si­ten Rena­te Stras­ser
Hel­fen­de Hän­de Fritz Lich­ten­wag­ner
Erich König
Ernst Grüb­lbau­er
Josef Wendt
Horst Ste­fan
Wal­ter Emat­hin­ger
Diet­mar Andes­s­ner
und vie­le mehr
Kar­ten und Kas­sa Her­wig Pfaf­fen­zel­ler
Mari­an­ne Stoi­ber
Kar­ten­te­le­fon Heinz Gey­er
Hel­ga Andeß­ner
Ver­pfle­gung Sabi­ne Andes­s­ner
Hei­di Higls­ber­ger
 

Stückbeschreibung

Mit dem „Zeris­se­nen“ steht dies­mal wie­der ein klas­si­sches Nes­troy-Stück auf dem Spiel­plan des Offen­hau­se­ner Thea­ters.
Es ist schon ein Gfrett mit dem „zer­ris­se­nen Gemüt“ des Herrn von Lipps (Gerold Stög­mül­ler), dem stink­rei­chen Jung­ge­sel­len, der schon alles erlebt hat! Da wird einem schon recht fad. Damit ein biss­chen Span­nung ins öde Leben kommt, beschließt er mit sei­nen „guten Freun­den“ (Chris­ti­an Kiri, Klaus Kerschhaggl und Ronald Stras­ser), das ers­te weib­li­che Wesen zu hei­ra­ten, das ihm über den Weg läuft.
Er trifft aus­ge­rech­net auf Madam Schley­er (Rena­te Stras­ser), die geflo­he­ne Braut des Schlos­sers Glut­ham­mer (Sepp Bichlmann). Die streit­lus­ti­gen Her­ren gera­ten fürch­ter­lich anein­an­der und stür­zen sich gegen­sei­tig ins rei­ßen­de Was­ser. Bei­de kön­nen sich ret­ten, aber bei­de glau­ben, den ande­ren umge­bracht zu haben, und bei­de suchen am sel­ben Ort — beim Guts­hof­päch­ter Kraut­kopf (Sepp Higls­ber­ger) — ver­klei­det Unter­schlupf vor der Jus­tiz (Ingrid Reintha­ler).
Inko­gni­to als Stall­knecht am eige­nen Guts­hof erkennt Herr von Lipps die wah­ren Gesich­ter sei­ner Freun­de, sie erwei­sen sich aus­schließ­lich als Freun­de sei­nes Gel­des. Hin­ge­gen fin­det er in sei­nem armen Paten­kind, der Kathi (Kers­tin Has­lin­ger) einen lie­bens­wer­ten Cha­rak­ter, der ihm die ursprüng­li­che Braut ver­ges­sen lässt…..
Nes­troy hat mit dem Zeris­se­nen eine Pos­se geschaf­fen, die durch Wort­witz und viel Platz für Komö­di­an­ti­sches bril­liert.
Kurt Tisch­lin­ger sorgt für den musi­ka­li­schen Teil, dass die Cou­plets („sich so zu verstell´n, na, da ghört schon was dazua“) gut klin­gen und gelin­gen.

Der Zer­ris­se­ne, 2018 wei­ter­le­sen

Tatort Villa Bock, 2017

Tatort Villa Bock von Daniel Kaiser

Da wir zur Tür-auf-Tür-zu-Komö­die “Floh im Ohr” viel posi­ti­ves Feed­back erhal­ten haben, blei­ben wir auch 2017 die­sem Gen­re treu. Es wur­de vom Orga­ni­sa­ti­ons­team gemein­sam mit der Regie des ver­gan­ge­nen Stücks die Kri­mi­nal­ko­mö­die “Tat­ort Vil­la Bock” von Dani­el Kai­ser aus­ge­wählt. Tat­ort Vil­la Bock, 2017 wei­ter­le­sen

Der Floh im Ohr, 2016

Gaumen hoch für das Lachseminar:
Theater Offenhausen spielt „Floh im Ohr”

13 Rol­len, 12 Per­so­nen, 5 Türen, 2 Häu­ser, 1 Bett. Die Büh­ne im Thea­ter Offen­hau­sen gehört heu­er dem Ver­wechs­lungs-Stück “Floh im Ohr” von Geor­ges Feydeau. Die exakt kon­stru­ier­te Büh­nen­ko­mö­die insze­niert Gast-Regis­seur Alois Kreuz­wie­ser als einen neu­en kurz­wei­lig und äußerst unter­halt­sa­men Höhe­punkt in Offen­hau­sen.
Der Floh im Ohr, 2016 wei­ter­le­sen

Jedermann, 2015

Jedermann

von Hugo von Hof­manns­thal

Stück

Im Jahr 1987 hat die Thea­ter­grup­pe Offen­hau­sen bereits ein­mal am Markt­platz den “Jeder­mann” von Hugo von Hof­manns­thal in einer Mund­art­fas­sung auf die Büh­ne gebracht. Ins­ge­samt haben 2.000 Besu­cher die­se Auf­füh­rung gese­hen und vie­le davon erin­nern sich noch heu­te an das dama­li­ge Groß­ereig­nis.

Heu­er wird die­ses Thea­ter­stück wie­der­um am Markt­platz Offen­hau­sen auf­ge­führt und eini­ge der Schau­spie­ler von 1987 sind auch wie­der mit dabei.

Das Spiel vom Ster­ben des rei­chen Man­nes fas­zi­niert durch sei­ne packen­de Hand­lung, die die Haupt­fi­gur auf Grund eines Befeh­les des All­mäch­ti­gen Schritt für Schritt sei­nem Ende ent­ge­gen treibt.

Der Tod tritt an Jeder­mann wäh­rend eines Fes­tes, wel­ches Jeder­mann für sei­ne Gelieb­te ver­an­stal­tet, her­an und über­bringt den töd­li­chen Befehl. Jeder­mann erbit­tet Auf­schub und der Tod gewährt ihm eine Stun­de, in der Jeder­mann ver­sucht, sei­ne Freun­de zu über­re­den, ihn zu beglei­ten.

Doch die Kame­ra­den las­sen ihn im Stich. Auch sein Reich­tum, ver­kör­pert als alle­go­ri­sche Gestalt des Mam­mons, ver­wei­gert ihm Gefolg­schaft und Jeder­mann erkennt, dass er sei­ne letz­te Rei­se allein antre­ten muss.

Gestärkt durch sei­ne guten Wer­ke, geläu­tert durch auf­rich­ti­ge Reue und bekehrt zum rech­ten Glau­ben ergibt sich Jeder­mann end­lich sei­nem Schick­sal. Der Teu­fel, der zum Schluss Jeder­manns See­le begehrt, wird durch die guten Wer­ke und den rech­ten Glau­ben ver­trie­ben und Jeder­manns See­le fin­det zuletzt doch Ein­gang in das Him­mel­reich.

Die Darsteller

Jeder­mann Josef Higls­ber­ger
Buhl­schaft Rena­te Stras­ser
Kum­pan Chris­ti­an Hof­stad­ler
Gott der Herr Kurt Tisch­lin­ger
Jeder­manns Mut­ter Maria Reintha­ler
Tod Josef Kinzl
Ober­knecht Fritz Lich­ten­wag­ner
Armer Nach­bar Josef Bichlmann
Arme Frau Chris­ti­na Ber­ger
Kin­der Anni­ka Has­lin­ger und Lin­da Andes­s­ner
Gen­darm Fritz Wig­gen­hau­ser
Ers­ter Vet­ter Ingrid Reintha­ler
Zwei­ter Vet­ter Franz Wim­mer
Mam­mon Gerold Stög­mül­ler
Wer­ke Chris­ti­na Ber­ger
Glau­be Kers­tin Has­lin­ger
Teu­fel Bir­git Renöckl
Spiel­an­sa­ger Wal­ter Emat­hin­ger

Das Team hinter der Bühne

Lei­tung und Regie Kurt Tisch­lin­ger und Josef Higls­ber­ger
Souf­fleur Kurt Tisch­lin­ger
Kos­tü­me Ingrid Reintha­ler, Rena­te Stras­ser und Git­ti Ker­n­eg­ger
Licht/Technik Man­fred Andes­s­ner
Büh­ne Fritz Lich­ten­wag­ner, Josef Feich­ten­gru­ber Hei­di Wim­mer und etli­che ande­re
Kar­ten­vor­ver­kauf Her­wig Pfaf­fen­zel­ler, Heinz Gei­er und
Josef Kinzl
Druck­sa­che Tho­mas Stoi­ber

Krippenspiel

Krippenspiel

von Hans Reinthaler

 

Das Vor­wort des Dich­ters zu sei­nem Lyrik­band „Da Zaubabrunn” hat auch für sein Krip­pen­spiel Gül­tig­keit: “Die bäu­er­li­che Welt, die hier geschil­dert wird, gibt es nicht mehr. Auch ihre Spra­che stirbt. Ros­se, Pflug und Sen­se, der Knech­te und Mäg­de einst­mals bit­te­res und schweig­sam getra­ge­nes Los und ihre trotz allem uner­schüt­ter­li­che Treue zum Herrn des Bau­ern­ho­fes sind nur mehr Schat­ten einer müh­se­li­gen Ver­gan­gen­heit. Soll man dar­über trau­ern oder froh sein? Der Dich­ter wagt es nicht, ein Urteil zu spre­chen. Er hat nur auf­ge­schrie­ben, was war. Unter den Knech­ten und fah­ren­den Hand­werks­bur­schen, die er kann­te, war oft­mals ein Herr voll Wür­de und Adel. Und unter den Her­ren, die sich in das Dorf sei­ner Kind­heit ver­irr­ten, waren arme Söld­ner des Gel­des, des Besit­zes und der has­ti­gen trü­ge­ri­schen Welt.”

Im Krip­pen­spiel hat der Dich­ter die christ­li­che Erlö­sungs­ge­schich­te in die­se Bau­ern­welt gestellt. Es spielt nicht in bibli­scher Zeit. Eine Bau­ern­fa­mi­lie, Hir­ten und Gemein­de­ho­no­ra­tio­ren ste­hen neben Maria und Josef im Mit­tel­punkt. Zwei The­men kom­men in die­sem an lyri­schen und musi­ka­li­schen Ein­la­gen rei­chen Stück zum Tra­gen. Da ist einer­seits der hart­her­zi­ge Bau­er, der “Leut-Aus­ja­ga” genannt, der durch eine gute Tat zu Glück und Erlö­sung bei­trägt und ande­rer­seits der alte Hir­te, der in Erfül­lung einer alten Pro­phe­zei­ung die Voll­endung sei­nes Lebens sieht.

Hans Reintha­ler (1900 — 1964), der Offen­hau­se­ner Mund­art­dich­ter, schrieb die­ses Stück vor dem zwei­ten Welt­krieg. Es erleb­te in frü­he­ren Jah­ren vie­le Auf­füh­run­gen und wur­de auch im Rund­funk gesen­det. In sei­ner Hei­mat­ge­mein­de wur­de es vom thea­ter offen­hau­sen 1984 und 1987 auf­ge­führt. 

In unse­rer Insze­nie­rung möch­ten wir kei­ne sta­ti­schen Krip­pen­fi­gu­ren, son­dern, ein­ge­bet­tet in deren nai­ven Volks­fröm­mig­keit, Men­schen aus Fleisch und Blut samt ihren Schwä­chen und Stär­ken, zei­gen. Der Wider­streit zwi­schen Nächs­ten­lie­be und Hart­her­zig­keit ist ein wich­ti­ges The­ma die­ses volks­tüm­li­chen Spiels. Auch so man­ches, was viel­leicht nur auf den zwei­ten Blick zwi­schen den Zei­len her­vor­geht, wol­len wir zuguns­ten eines leben­di­gen Thea­ters sicht­bar und spür­bar machen.  Der lyri­sche Cha­rak­ter des Stü­ckes erhält durch die vie­len Lie­der und die alte Mund­art eine ganz beson­de­re Note.

Klei­nes Mund­art­wör­ter­buch

glö­cken — zurecht­kom­men ; sti­gatzn — stot­tern ; ant­tuan — nicht gewöhnt sein ;  pfu­gatzn — kichern  ; Aun­ga — Dorf­wie­se, Anger ; Halb­scheit — Hälf­te ; Buder­saus — But­ter­schmalz ; Fiacht — First

Narren von Valencia

Die Narren von Valencia

Lope de Vega

Ver­rück­ten und Ver­lieb­ten glüht das Hirn!“

Shake­speares Dia­gno­se kann als pas­sen­des Mot­to über dem Werk sei­nes Zeit­ge­nos­sen Lope de Vega ste­hen.

Ver­rückt oder nor­mal? Oder bei­des zugleich? Schein oder Sein? Ver­nunft oder Wahn? Lie­be oder Betrug? Spiel oder Ernst? Oder ein­fach das Haupt­mo­tiv des spa­ni­schen Thea­ters zur Zeit Lope de Vegas: Die gan­ze Welt ist Büh­ne und das Leben nur ein Traum? Wie sag­ten doch die Nar­ren Mar­tin und Tho­mas im Stück: „Die gan­ze Welt ist ein Nar­ren­haus, nur die Men­schen wis­sen nichts davon!“ Also her­ein­spa­ziert ins gro­ße Nar­ren­haus und erle­ben Sie, wie der Bazil­lus der Lie­be bei die­ser wun­der­ba­ren Komö­die viel­leicht auch auf Ihr Herz und Hirn über­springt – dem spa­ni­schen Tem­pe­ra­ment sei Dank!

Die Kraft des Eros treibt die Hel­den in die­ser tur­bu­len­ten Komö­die vor­an. Erst flie­hen sie ins Irren­haus, dar­in vor­ein­an­der, um schließ­lich bei­ein­an­der zu lan­den. Der spa­ni­sche Viel­schrei­ber und Kult­au­tor sei­ner Zeit, Lope de Vega, kann­te sich aus mit den Fall­stri­cken des Schick­sals. Wegen anzüg­li­cher Ver­se auf die amou­rö­sen Prak­ti­ken eines Thea­ter­di­rek­tors wur­de er für meh­re­re Jah­re aus Madrid ver­bannt. Der Autor selbst war auch kein Held von Trau­rig­keit und pro­vo­zier­te sei­ne Umwelt wie­der­holt mit ero­ti­schen Exzes­sen.

In Valen­cia unter­ge­kro­chen, lern­te er das berühm­tes­te Irren­haus der Stadt ken­nen und dekla­rier­te es prompt zum Spiel­ort für sei­nen nächs­ten Thea­ter­coup “Die Nar­ren von Valen­cia”, im Ori­gi­nal: “Los locos de Valen­cia”.

Flo­ria­no denkt, er hat einen Prin­zen ersto­chen. Er tarnt sich als Ver­rück­ter und geht ins Irren­haus. Dort begeg­net er Eri­fi­la, die zuerst ihr Herz und dann ihren Kopf ver­lo­ren hat, weil ihr Lieb­ha­ber mit­samt ihren Hab­se­lig­kei­ten über alle Ber­ge ist. Im Schutz der Anstalt ver­lie­ben sich die bei­den und bekla­gen gegen­sei­tig ihre Ver­rückt­heit. Doch damit nicht genug. Wei­te­re Lie­bes­nar­ren bevöl­kern die Sze­ne und wir­beln die Geschich­te noch­mals kräf­tig durch­ein­an­der. Hoch­zeits­plä­ne wer­den geschmie­det, kei­ner scheint den zu krie­gen, nach dem er oder sie sich ver­zehrt. Erst als ein mas­kier­ter Frem­der auf­taucht, kommt die Geschich­te ins Lot und alle Ver­lieb­ten unter die Hau­be.

Lope de Vega (1562–1635) war in sei­nem Leben in vie­len Rol­len unter­wegs: als Pries­ter und Poet, Sol­dat und Sän­ger für den König, als Lieb­ha­ber der Frau­en und Lob­dich­ter Got­tes. Nach eige­ner Aus­sa­ge ver­fass­te er 1500 Thea­ter­stü­cke, wovon ca. 450 erhal­ten sind.

Liebesgeschichten und Heiratssachen

Liebesgeschichten und Heiratssachen

Nestroy

Fast schon zum Nes­troy­spe­zia­lis­ten hat sich das thea­ter offen­hau­sen unter sei­nem Spiel­lei­ter Rein­hard Scho­to­la ent­wi­ckelt. Nach „Lum­pa­zi­va­ga­bun­dus“ im Jahr 1986 über „Frü­he­re Ver­hält­nis­se“, „Talis­man“, „Mädel aus der Vor­stadt“, „Einen Jux will er sich machen“ und zuletzt 2008 „Die ver­häng­nis­vol­le Faschings­nacht“ spielt man nun mehr „Lie­bes­ge­schich­ten und Hei­rats­sa­chen“.

Alles dreht sich dar­in um Hei­rat und Lie­be und dabei geht es meis­tens auch ums Geld. Die abson­der­lichs­ten Typen aus Nes­troys mensch­li­chem Tier­gar­ten bevöl­kern die­se bis­si­ge Komö­die: Ein hoch­sta­peln­der Hei­rats­schwind­ler, ein pri­mi­ti­ver Neu­rei­cher als auto­ri­tä­rer Fami­li­en­ty­rann, das bei Nes­troy obli­ga­te däm­li­che Frau­en­zim­mer, nai­ve Ver­lob­te, ein­fäl­ti­ge Betrugs­op­fer, ver­knö­cher­ter Alter mit Stan­des­dün­kel und dazwi­schen natür­lich auch ein roman­ti­sches Lie­bes­paar. Das alles gewürzt mit aller­lei Ver­wick­lun­gen und Miss­ver­ständ­nis­sen.

Stückinhalt:

Im Gast­hof »Zum sil­ber­nen Rap­pen« tref­fen ein­an­der alte Schul­ka­me­ra­den: Anton Buch­ner, ein ver­arm­ter Kauf­manns­sohn, und Alfred, der Sohn des Mar­che­se Vin­cel­li. Anton möch­te nach jah­re­lan­gem Her­um­rei­sen sei­ne Fan­ny, die Toch­ter des ehe­ma­li­gen Wurst­fa­bri­kan­ten und nun­mehr rei­chen Kapi­ta­lis­ten Flo­ri­an Fett, hei­ra­ten. Alfred, der inko­gni­to als Sekre­tär bei Fett arbei­tet, ist wie­der­um in Fan­nys weit­schich­ti­ge Ver­wand­te Ulri­ke ver­liebt. Er befürch­tet, sein Vater wer­de nicht in die Hoch­zeit ein­wil­li­gen. Um die ledi­ge Schwä­ge­rin des Herrn von Fett, Lucia Dis­tel, bemüht sich hin­ge­gen der im Gast­hof ver­schul­de­te Hoch­stap­ler Nebel, der sich als Baron aus­gibt. Aber da geht es eher um ihre Mit­gift.

Durch ein Miss­ver­ständ­nis hält Fett Nebel für einen hohen Spröss­ling und schließ­lich für den Sohn des Mar­che­se Vin­cel­li. Die­ser ver­meint­lich Ade­li­ge wäre ihm frei­lich als Bräu­ti­gam für sei­ne Toch­ter Fan­ny sehr recht. Um das zu beför­dern, muss natür­lich sofort eine klei­ne Intri­ge her!

In die­ser vor der 1848er Revo­lu­ti­on ent­stan­de­nen Pos­se gei­ßelt Nes­troy mit selbst für ihn unge­wohn­ter Bos­heit und Schär­fe den zuneh­men­den Mate­ria­lis­mus und die Geld­gier der Gesell­schaft, in der er leb­te. Und heu­te? Nes­troy wür­de aus der Fül­le von Gier, Kor­rup­ti­on und Prot­ze­rei über­reich­lich Stoff vor­fin­den. Denn es hat sich ja nichts geän­dert!

Man muss es sich recht oft anse­hen, um all die köst­li­chen Witz­fun­ken und Lach­ra­ke­ten im Gedächt­nis zu behal­ten“, schrieb schon ein Kri­ti­ker zur Zeit der Urauf­füh­rung.

Premierenbericht

Vor vol­lem Haus und in Anwe­sen­heit von Lan­des­haupt­mann Dr. Josef Püh­rin­ger, Bezirks­haupt­mann Dr. Josef Gru­ber, Bür­ger­meis­ter Her­mann Stoi­ber und zahl­rei­chen wei­te­ren Ehren­gäs­ten ging am Pfingst­sams­tag die umju­bel­te Pre­mie­re über die Büh­ne.

Bür­ger­meis­ter Stoi­ber sprach dem Hei­mat­ver­ein Dank und Aner­ken­nung aus für die her­vor­ra­gen­de kul­tu­rel­le Leis­tung und den Wer­be­ef­fekt für die gesam­te Markt­ge­mein­de Offen­hau­sen. Das thea­ter offen­hau­sen sei mitt­ler­wei­le ein Fix­punkt im ober­ös­ter­rei­chi­schen Kul­tur­ka­len­der.

LH Püh­rin­ger nutz­te die Gele­gen­heit im Jahr des Ehren­am­tes 2011 Obmann DI Wal­ter Emat­hin­ger für sein mitt­ler­wei­le 20-jäh­ri­ges Enga­ge­ment die Kul­tur­me­dail­le des Lan­des Ober­ös­ter­reich zu ver­lei­hen.